15 Fragen zur REACH-Verordnung

REACH – 15 Fragen, die auch Sie betreffen
Eine Anleitung für nachgeschaltete Anwender

1. WAS HAT REACH MIT MIR ZU TUN?
■ Verwenden Sie Chemikalien, Metalle, Kunststoffe oder Naturstoffe?
■ Verwenden Sie Lacke, Klebstoffe, Reinigungsmittel, Kosmetika gewerblich?
Wenn Sie eine dieser Fragen mit Ja beantworten, dann betrifft Sie dieser Folder.
REACH ist die Bezeichnung einer neuen EU-Rechtsvorschrift für Chemikalien, die am 1. Juni 2007 in Kraft getreten ist.

2. WAS IST MIT CHEMIKALIEN GEMEINT?
■ Stoffe
■ Zubereitungen (Mischungen aus Stoffen)
■ Stoffe in Erzeugnissen

3. WAS WILL REACH?
Die Verantwortung für die sichere Verwendung von Stoffen soll verstärkt bei allen Wirtschaftstreibenden
liegen. REACH betrifft Hersteller, Importeure, Händler und auch Anwender von
Chemikalien, die sogenannten nachgeschalteten Anwender.
*) zur Vereinfachung ab hier Anwender genannt
Sie werden mit Ihrem Betrieb in der Regel Anwender sein. Auch für Anwender sieht REACH eine
zentrale Rolle vor. Diese liegt hauptsächlich in der Überprüfung und Informationsweitergabe.
REACH – 15 Fragen,
die auch Sie betreffen
Hersteller und/oder Importeur
eines Stoffes als solchen, in einer Zubereitung oder in einem Erzeugnis
Nachgeschalteter Anwender *)
Formulierer (Hersteller von Zubereitungen) oder Anwender (Industrie od. Gewerbe)
Händler

4. WANN BIN ICH ANWENDER?
Grundsätzlich immer, wenn Sie Chemikalien für gewerbliche Zwecke verwenden.
Das bezieht sich einerseits auf Ihre unmittelbare Tätigkeit als Gewerbetreibender
andererseits auch auf andere Bereiche Ihres Betriebes – beispielsweise Reinigungsmittel,
Druckerpatronen.

5. WAS MUSS ICH ALS ANWENDER TUN?
■ Das Sicherheitsdatenblatt des Zulieferers überprüfen.
■ Falls Sie dabei Mängel bemerken, den Lieferanten aufmerksam machen.
■ Empfohlene Risikomanagement-Maßnahmen umsetzen
(z. B. Schutzausrüstung, Belüftung oder Ähnliches).
■ Sicher gehen, dass Ihr Verwendungszweck durch die Registrierung gedeckt ist.
■ Erhaltene Informationen mindestens 10 Jahre aufbewahren.

6. WAS KÖNNTE MICH NOCH BETREFFEN?
■ Wenn Ihr Zulieferer Ihre Verwendung nicht berücksichtigt…
… melden Sie Ihrem Zulieferer diese Verwendung des Stoffes.
■ Wenn Ihr Zulieferer aus Gesundheits- oder Umweltschutzgründen die Registrierung
Ihrer Verwendung verweigert …
… müssen Sie entweder einen anderen Zulieferer suchen, der Ihre Verwendung unterstützt
oder
… selbst die Registrierung durchführen.
(Unter gewissen Umständen brauchen Sie eine eigene Stoffsicherheitsbeurteilung.)
■ Wenn Sie Zubereitungen herstellen …
… erstellen Sie ein eigenes Sicherheitsdatenblatt für diese Zubereitung.
Geben Sie dieses an Ihre Kunden weiter.
■ Wenn Sie etwas Unerwartetes, wie eine Gefahr, im Zusammenhang mit einem Stoff
oder einer Zubereitung beobachten …
… melden Sie diese neue Erkenntnis Ihrem Lieferanten.

7. WIE BLEIBE ICH ANWENDER?
In jedem der folgenden Fälle bleiben Sie Anwender:
■ wenn Sie STOFFE aus der EU verwenden.
■ wenn Sie ZUBEREITUNGEN aus der EU verwenden.
■ wenn Sie sich über ERZEUGNIS-Importe genau informieren.

8. WANN MUSS ICH SELBST NICHT REGISTRIEREN?
■ Wenn Sie Stoffe unter 1t pro Kalenderjahr herstellen oder importieren.
■ Wenn Sie registrierte Stoffe mischen, also Zubereitungen herstellen.
■ Wenn Sie Stoffe oder Zubereitungen egal in welcher Menge aus der EU beziehen.
Bitte beachten Sie: Die Schweiz ist nicht EU-Mitglied.

9. WANN MUSS ICH SELBST REGISTRIEREN?
■ Bei Herstellung von Stoffen ab 1 t pro Kalenderjahr.
■ Bei Importen von Stoffen, auch in Zubereitungen, von außerhalb der EU
ab 1 t pro Kalenderjahr.

10. WAS IST EINE REGISTRIERUNG?
Eine Registrierung erfolgt bei der Europäischen Chemikalienagentur (ECHA) in Helsinki.
Dafür ist immer ein technisches Dossier einzureichen. Ab einer Menge von 10 t eines Stoffes pro
Kalenderjahr muss zusätzlich noch ein umfangreicher Stoffsicherheitsbericht beigefügt werden.
Bitte beachten Sie, dass eine Registrierung ein sehr teures und aufwändiges Verfahren ist.

11. GIBT ES EINE FRIST ZUR REGISTRIERUNG?
Der Vorregistrierungszeitraum ist von 1. Juni 2008 bis 1. Dezember 2008.
■ Für die Vorregistrierung ist es nicht notwendig die Verwendungen bekannt zu geben.
Mehr Informationen dazu finden Sie im Leitfaden „REACH in der Praxis“.

12. WAS IST ZU TUN,
WENN ICH BESORGNISERREGENDE STOFFE VERWENDE?
■ sämtliche Beschränkungen einhalten,
■ sämtliche Verbote einhalten,
■ die Bedingungen der Zulassung einhalten,
■ zulassungskonforme Verwendung an die Europäische Agentur
für chemische Stoffe (ECHA) melden,
■ eventuell selbst eine Zulassung beantragen, wenn der Lieferant
das nicht tun will oder den Lieferanten wechseln.
Für besorgniserregende Stoffe ist ab frühestens Juni 2009 zusätzlich ein Zulassungsverfahren
notwendig. (Das sind Stoffe, die z. B. Krebs fördern oder fortpflanzungsgefährdend sind.)
Bis dahin gelten wie bisher die Beschränkungen und Verbote der Chemikalien-Verbotsverordnung.

13. WAS SIND DIE NÄCHSTEN SCHRITTE IN MEINEM UNTERNEHMEN?
1. Bestimmen, wer für die Umsetzung von REACH im Unternehmen verantwortlich ist.
2. Feststellen, welche Stoffe verwendet werden – auch in Zubereitungen, eventuell in Erzeugnissen.
3. Überprüfen, wofür diese Stoffe verwendet werden.
4. Falls es offene Fragen gibt, diese mit dem Lieferanten klären.
Als Hilfestellung bietet die WKÖ einen Standardfragebogen an: wko.at/chemie
5. Die Pflichten des Anwenders einhalten. (Diese finden Sie unter Punkt 5 und 6)

14. WOFÜR STEHT EIGENTLICH DIE ABKÜRZUNG REACH?
R steht für Registrierung, E für Evaluierung, A für Autorisierung und CH für Chemikalien.
Damit ist gemeint, dass REACH die Registrierung, Bewertung und Zulassung chemischer
Stoffe regelt.

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